Freitag, 6. Mai 2011

Stu-Stu-Stu-Stu-Studiolines Tag 5
Beim Duschen stelle ich fest, ich bin hier nicht alleine. Einem Holzbock namens Zecke hat mein Bauch gefallen, sodaß er gleich eingezogen ist, erst Mohi mittels Zange und doppelter Drehung holt ihn raus. Um mich zu beruhigen, erzählt Mohi von einigen Leuten aus der Gegend, die Lähmungen von einem Zeckenbiß davongetragen haben. Ich bedanke mich für die warmen Worte.

Die Band startet heute mit Strobo. Ist wirklich ein richtiger Hit. Herrliches Wetter auch, mit Sonne und Wind und allem, was man sich an der Ostsee so wünschen kann (Fischbrötchen fehlen). Gegen 14 Uhr werden die Hosen geschwunken: Shake your pants for action and romance. Shake shake shake shake shake. Ich bin in der Gesangskabine (Stichwort Infospur), Maike und Tim gehen tierisch ab, weil die Kapelle wohl gehörig steilgeht. Höre ich nicht so, weil ich nicht mit einem Kopfhörer versehen wurde.


Unfaßbares hat sich zugetragen. Nachdem Tim und Gaga gestern Nacht nicht nur erstaunlich detailiertes Fachwissen betreffs Wrestling einstreuen konnten, sondern auch selbiges anwandten in einem Showkampf in der Küche der Ferienwohnung, hat es soeben auf der Wiese hinter dem Waldhausstudio einen Fight Electroklops gegen Hyperwurst gegeben. Electroklops halbnackt mit Schuhen, Hyperwurst bekleidet und barfuß – und beide völlig nüchtern. Hyperwurst hat gewonnen, die Zuschauer sind jetzt noch benommen.





Im Anschluß hat Philipp einige enorme Holzscheite zerhackt, Roberto stand mit der Kamera daneben, trockener Kommentar: Das ist unser Keyboarder. Er wärmt sich grad auf, weil er gleich eine Ballade einspielt.

Heute sieben Klimmzüge, ein achter wäre vielleicht noch gegangen, trotzdem deprimierend. Gaga ist schon wieder abgereist, the Black Coffee Blazers spielen grad noch Getaway ein.

Am frühen, naja wobei, um Acht ist jetzt nicht so direkt früher Abend, also: am Abend fährt die gesamte Mannschaft nach Magdeburg. Warum das denn? könnte man fragen. Um einen Cashgroup-Automaten aufzusuchen und vor allem, um dem Mohi seinen Sohn seine Band en concert zu erleben.

In Magdeburg selbst dann, gibt es zunächst mal Pizza für alle Beteiligten. Die Bedienung läßt es sich nicht nehmen, eine Riesenpizza auf Pappe volle Möhre auf der Tischkante in eine essbare und eine vom Boden ableckbare Hälfte zu teilen. Großes Hallo, Käse auf meinem Pullover. Als Philipp ein Photo seiner Tochter zeigt, fragt die Mütze halb unwissend, halb lässig „und das ist deine Mutter?“ Der Pizzabudenchef kommt später dreckig grinsend mit irgendeiner Superchilisauce an (7,1km oder was die Einheit für Schärfe ist). Dan und Roberto essen ein Pizzastück, das mit genau einem einzigen Tropfen dieser Essenz beträufelt wurde und fangen spontan an zu fluchen, zu spucken, sich zu krümmen. Fuckfuckfuck hallt es durchs Rund. Robertos Atemwege sind zum ersten Mal seit Tagen wieder frei.

















Magedeburg bei Nacht

Quer über die Straße gehen wir dann – Moment, ich guck kurz auf den Stempel auf meinem Handgelenk – gehen wir dann ins RIFF. Dort spielt gerade Café Jazz, die Vorband der von dem Mohi seinen Sohn seiner Band. Geht gut rein, Fenster hinter der Bühne sind wieder mal da – ein Hit! Schließlich dann Pepe live on stage in record release.

Nun ist es ja bekanntlich so, daß man mit einer blonden Gitarristin schon mal auf der Gewinnerstraße ist, aber was die Band dann bietet ist tatsächlich durchaus sehr schön. Stimmung und Temperatur steigen und steigen. Schon bevor die Band anfängt zu spielen, werde ich zweimal von mir völlig Fremden in dieser mir völlig fremden Menschen angequatscht. Ein Junge will wissen, wo das Klo ist, ein ziemlich verzweifelt aussehendes Mädchen, ob ich wisse, wo Maik ist. Ich kann den jungen Menschen in Magdeburg leider nicht helfen. Im Übrigen verstehe ich überhaupt nicht, warum ich noch niemals in meiner Heimatstadt von Fremden angesprochen werde, aber jedesmal, wenn ich woanders bin, für einen Einheimischen gehalten werde.

Studioaufnahmen, Wrestling, Doppelkonzert - ein ganz normaler Tag eben, deshalb hier noch ein tierisches Stimmungsvideo:


In der Pension angekommen, ist außer mir keiner in der Ferienwohnung und ich darf heute mal wieder im Bett schlafen. Das erste Mal wird also Heinz Strunk in Afrika aufgeschlagen. Heinzers Hasstirade auf Frankfurt und den dazugehörigen Flughafen erinnert mich daran, daß ich schon sehr lange mal Stellung beziehen wollte. Und zwar zum Thema Flughäfen. Also: WELCHER SCHWACHKOPF HAT DAMIT ANGEFANGEN, DAS WORT AIRPORT ZU LANCIEREN? IN NACHRICHTEN UND ÜBERALL HÖRT MAN DAS UND DAS IST SCHEISSE, MANN! FLUGHAFEN IST DOCH SUPER, DAS KANN MAN NICHT NUR RUFEN, WENN ALLE ZUGABE SCHREIEN UND MAN WITZIG SEIN WILL, SONDERN MAN KANN DAS AUCH SEHR GUT FÜR FLUGHÄFEN BENUTZEN. AIRPORT IST PR-SCHEISSE. Die Wörter Airport und Flughafen können übrigens ersetzt werden durch Arena und Stadion.

Gelernt fürs Leben
Zecken haben Rechtsgewinde.
7,1km sind offensichtlich sehr scharf.
Ich kann den jungen Menschen in Magdeburg leider nicht helfen.

Die Menschen in der Maschine
Stephan Krause aus Halle an der Mütze portraitiert alles, was sich nicht bewegt, heute: Die Ruhepole der Band

Philipp Urban (Keyboard; Streetname: Philipp)

Dominique Ehlert (Schlagwerk; Streetname: Gaga)

Donnerstag, 5. Mai 2011

Stu-Stu-Stu-Stu-Studiolines Tag 4

Start im Studio heute erst um Elf und das auch nur für die erste Hälfte: Ausschlafen als das neue Ding. Am Frühstückstisch ein kleiner Disput mit dem Despoten. Dann Apotheke für Roberto und der tägliche Netto-Besuch, heute garniert mit einer Pasta an einer Sauce aus Käsevariationen – leicht und gesund. Weil Gaga mit einkauft, gibt es gleich auf dem Parkplatz eine Schwipschwap.

Ich nenne es: Ernie und Bert

Mohi und schwarzer Kaffee

Philipp bei der Arbeit

Mohi bei der Arbeit

The Black-Coffee-Blazers ohne Konrad

Gaga an den Töpfen (ohne Geschirr)

Mister Dan B.

Gaga (rotes Kabel und Querstange gehören nicht zum Kopfhörer)

Roberto, mit den Augen eines Schlagzeuges betrachtet

Thomas Manns ältester Sohn im Studio: Black Coffee feat. Weinachz Mann

Mittags landen wir im Waldhaus, wo es auch heute kein Internet gibt. Aber Kick the funk, auch ein ganz neuer Song. Unheimlich cooles Ding: Nils Landgren trifft Knight Rider, also mal alle ruhig. Sechs Klimmzüge am Balken über der Eingangstür finde ich ein bißchen wenig, müssen morgen mehr werden. Stichwort Balken: Nach Balkan und Balkon jetzt auch noch er: der Balken! Saustark. Egal, welchen Kopfhörer ich hier aufsetze, es ist immer sehr laut, zu laut an für sich.


Ich bin ihn los, dachte er, als das Dröhnen des Hubschraubers langsam verstummte. Ich bin ihn endlich los. Er sank auf den Waldboden, erschöpft vom Rennen und Springen und Verstecken. Da es jetzt dunkel wurde, mußte er schon über sechszehn Stunden unterwegs sein. Irgendwo in der Altmark, in der Pampa, ohne Ahnung, wie es weiter gehen sollte. Die Chance zur Flucht hatte sich spontan ergeben, nach all den Jahren hatte er schon gar nicht mehr daran geglaubt. Er schlummerte langsam ein und die Bilder des Tages verschwammen zu einem finsteren Traum. Das offene Tor, der Fünfer-BMW, die Landstraße, die zitternde Nadel des Tachometers, der Wald, der unendliche Wald. Und überall der verdammte Hubschrauber über ihm. Das Dröhnen immer lauter, sein Herz stand still, der Traum war vorbei. Dieser verdammte Hubschrauber! Er rannte wieder los, stolpernd, auf allen Vieren, ganz egal. Nur weg, nur weit weg von hier. Der Hubschrauber war jetzt wieder ganz nah, fast über ihm, er warf sich in ein Gebüsch. Was mach ich nur, die finden mich. Zwischen den Baumkronen blinzelte die Abendsonne noch ein wenig. Davor der Hubschrauber, unglaublich laut. Er kreiste immer wieder in sehr engem Radius um ihn. Als das Cockpit von ihm weg zeigte, sprang er weiter in diese eine Richtung, die er nur noch kannte: weg von hier. Links von ihm hörte er einen Hund bellen und erblickte dann auch ein Haus, weiß und relativ groß dafür, daß es hier mitten im Wald stand. Wobei, woher willst du denn wissen, daß das hier nicht das Ende dieses verfluchten Waldes ist? Das Dröhnen wurde wieder lauter und er sah zwischen den Baumkronen wieder den Hubschrauber. Ich muß auf das Grundstück dieses Hauses, mir einen Rasenmäher oder sowas schnappen und aussehen, als ob ich dort wohne und alles ganz normal ist.
Er sprang über den Zaun und stellte sich unter das Vordach eines Schuppens. Kein Rasenmäher weit und breit, der Hund bellte aber immerhin nicht lauter als vorher, obwohl er ihn gesehen haben mußte. Hinter dem Haus, ein Stück weiter hinten in Richtung des Waldes, stand ein zweites, kleineres Haus auf dem Grundstück. Ein Flachbau, voll beleuchtet. Der Hubschrauber drehte grad wieder ab, er rannte zu dem Flachbau rüber. In einem Raum saß ein Typ mit Gitarre und kariertem Hemd, draußen war aber nichts von ihm zu hören, nur ganz leise, wenn er sich richtig Mühe gab und an die Scheibe preßte, konnte er ihn hören. Im Nachbarzimmer sah er drei Typen an einem Mikro stehen, die mit beiden Händen schnippsten. Das ganze Häuschen war von außen verglast und hinter den Schnippsern saß ein weiterer Typ zwischen zwei Keyboards, durch eine Scheibe getrennt von den anderen. Was brummt denn hier so? Er ging ein Stück weiter an der Fassade des Hauses und drehte sich um. Er sah zwei Mercedes Kombis, in denen irgendwelche Boxen oder sowas lagen und brummten. Bunte Kabel verbanden sie mit dem Glashäuschen. Er stieg um einen Busch herum und bemerkte erst jetzt, daß er von denen da drinnen überhaupt nicht wahrgenommen wurde, obwohl er nur wenige Meter von ihnen entfernt war, nur durch Lärmschutzfenster getrennt. Der nächste Raum war deutlich größer als die anderen, drei Bläser spielten einen ziemlich ruhigen Groove. Er hörte sie sehr deutlich hier draußen, wohingegen der Keyboarder überhaupt keinen Mucks von sich gegeben hatte. Er ging noch ein Stückchen weiter und da in diesem letzten Raum sah er einen weiteren Typen, der wie alle anderen Kopfhörer trug, aber hinter einem Mischpult-Computer-Ungetüm saß und Knöpfchen drehte. Neben ihm stand die einzige Frau in diesem Studio, die er jetzt, die Stirn an die kühle Scheibe gedrückt, so klar hörte, daß er sich wunderte, sie erst jetzt zu bemerken. Sie sang unglaublich schön und klar und ruhig und emotional, irgendwas auf Englisch, er schmolz dahin. When you’re around the pulse of the world slows down. When you’re around my tears seem to have dried out. When you’re around the cold of the day releases me for a while und erst jetzt stellte er fest, daß es überhaupt nicht kälter wurde, obwohl es schon fast Nacht geworden war und daß er jetzt frei war, ganz frei nach so langer Zeit.
Der Sommer war nah und er freute sich darauf. Der ganze Tag war in diesem Moment vergessen für ihn, die Strapazen, die Flucht, die verlorenen Jahre. When you`re around the pulse of the world slows down. Er spürte eine Berührung auf der Schulter, drehte sich gar nicht erst um, hielt einfach beide Arme nach hinten und beim Zuklicken der Handschellen spürte er deren vertraute Kühle an den Handgelenken.

Jay Jay Hernandez aka Jean Maurice aka John Morris aka Johannes Moritz flötet am Abend noch über den Drum’n’base-Part von Heiß und in Mohis Kabine steht die ganze Band und geht ab und feuert ihn an und ständig ruft einer „Genau so!“ oder springt wie wild rum. Ein großer Moment auf jeden Fall.

Gaga verbreitet ein lustiges Kinderspiel: Wenn ein Auto vorbeikommt, muß aus den Buchstaben des Nummernschildern ein Satz gebildet werden, Beispiel: SDL CH wird zu: Suchend darbt Linus chimärenartig heimwärts. So als Anregung.

Die Menschen in der Maschine
Stephan Mütze portraitiert seine Familie, heute: Die Kranken und die Gesunden

Maike Lindemann (Gesang; Streetname: Maike)

Roberto Fratta (Percussion; Streetname: Roberto; Waldhausname: Der Italiener)
Stu-Stu-Stu-Stu-Studiolines Tag 3

10h18 der Tag startet mit dem Reinhören in Funkomat und der Frage, ob er noch groovt oder schon überschraubt ist.

Maike war um8 schon beim Arzt und ist jetzt entknackst und froh. Am Frühstückstisch schwere Themen: Abtreibung?, Was ist Leben?, Todesstrafe?, Naturvolk im Sudan, Thomas von Aquin – man traut sich kaum, nach dem Käse zu fragen.

Tim fährt im Kofferraum zum Studio, weil Andy direkt von Leipzig hinkommt und also ein Auto fehlt.


Mit Getaway geht es heute richtig los, einem von am Ende zwei Coverversionen auf der Platte. Und ich mit der Kamera mittendrin. Schon nach kurzer Zeit entledigen sich die Herren Rhyth und Mus ihrer Kleidung. Wenn man ihre Kabine öffnet, ist es, als ob man die Pizza aus dem Ofen holt.


Er lebt in einem Wald, einem tiefen Wald, wo Rehe und andere krasse Tiere wohnen, das heißt eigentlich mehr leben als wohnen, jetzt mal ikeagesprochen. Man findet nur schwer zu ihm, weil er in seinem Haus aus Holz und Glas sitzt, das man wegen seiner wesentlichen Baustoffe (holzfarbenes Holz und durchsichtiges Glas) kaum von der Umgebung unterscheiden kann. Am leichtesten ist es, wenn man sich an ein Reh hängt, es tagelang verfolgt, ihm beim Fressen, Wandern, Jagen zusieht und darauf wartet, daß es irgendwann einfach an eine unsichtbare Wand rennt. So wie eine Schwalbe an einer Scheibe von einer Bushaltestelle oder Sparkasse zerschellt. Da, wo das Reh hinfällt, ist dann die Hütte von ihm, dem letzten Mohi. Kann er jederzeit bestätigen.

In einem unbekannten Land
in einer österlichen Zeit
da war ein Mischer sehr bekannt
vor allem aber auch gescheit
und dieser Mohi, den ich meine, der heißt Kaner
Waldhausstudios letzter Mohikaner
Mohi! ruft die ganze Band, Mohi! jeder, der ihn kennt
Mohi!



Raschid und Konrad machen schon wieder die ganze Zeit Origami. Oder Feng-Shui, ich weiß nicht. Den panierten Schwan finde ich jedenfalls am besten.

Es ist gegen zwei Uhr, als ein grüner Sharan vorfährt. Ist aber nicht Vati, sondern Gaga - in seinem neuen Gefährt. Er wird jetzt die weiteren Lieder eintrommeln, Andy fährt dafür heute wieder nach Leipzig, von wo er heute Morgen erst gekommen ist.

Nach einer hervorragenden Kartoffelgemüsepfanne mit Balkankäse spielt le Band jetzt den Balkanfunk. Sehr passend schon wieder. Hätten wir nicht auf der Terrasse gemittagt, sondern beispielsweise auf dem Balkon, würde das Lied, über das es an dieser Stelle zu berichten gilt, wohl Balkonfunk heißen. Ist jedenfalls das erste Lied hier im Studio, das ich noch überhaupt gar nicht kenne. Wie es mir gefällt, fragst du? DU gefällst mir, würde Tim sagen. Und daß der Balkanfunk ordentlich knallt. Ich finde es zwar eher orientalisch als balkanesk, aber Hauptsache wir sind alle gesund. Zweite Runde: ich bleibe dabei, ja ich insistiere: das ist nicht der Balkan, das ist der Orient!



Beim Fußball-zwischen-Sitzfläche-und-Lehne-der-Bank-durchschießen habe ich einen erfolgreichen dritten Platz hinter Maike und Dan belegt (insgesamt drei Teilnehmer). Ich bin dann mal kurz zwei halbe Stündchen weinen.

Jetzt: Gib mir mehr. Kenn ich auch noch nicht. Danach: grillen, kenn ich. Gib mir mehr gefällt mir beim ersten Hören zur Abwechslung mal nicht ganz so gut. Nach drei Takes ist es im Kasten. Tim, Raschid und ich basteln danach noch am Text, weil zurückgekehrt und Hormonhaushalt irgendwie nicht so richtig funken.






Da es am Abend so schön gewittert, müssen die Gerätschaften im Studio runtergefahren werden und neben dem Grill wird noch ein Feuer gelagert, um das niemand tanzt, weil es regnet. Stimmung ist dennoch stimmungsvoll, auch, weil das Hot-in-here-Video vom Konzert in Halle immer wieder funkt und bounct und alles.

Rückfahrt mit Raschid im Kofferraum und blinkender Tankleuchte hinterm Steuer (von mir aus, also hinter dem Steuer betrachtet hinter dem Steuer). Schlechte Witze kursieren im Auto bis Stephan den von den beiden Typen auf dem Jagdstand erzählt (Einer guckt durchs Fernglas. „Guck mal, dort drüben auf deinem Feld fickt einer deine Frau.“ Der andere schnappt sich das Fernglas: „Nee, is‘ gar nicht mein Feld.“)

Am Abend wieder leichte Versuche, ein Internet zu finden, aber hier im Niemandsland hat halt nix geöffnet. Also wieder nur Bloggen in Word.

Idee
Ein Blog, den Niemand lesen kann – ich nenne ihn „geheimes Tagebuch“. Dabei gleich Idee Nummer Zwei:
Wir nächtigen hier ja in 39517 Buch – unter Ausschluß der Öffentlichkeit, also „Geheimnis-Tage Buch“.
Keine Wortspiele mehr. (Aber auch nicht weniger, haha.)

Unbekanntes Inventar
Der persönliche Weg (D-E-R-P-E-R-S-Ö-N-L-I-C-H-E-W-E-G. Im Satz: Mohi, kannst du auf meinem persönlichen Weg den Click rausnehmen?)
Overdub (O-V-E-R-D-U-B. Im Satz: Sag ich doch: Overdub-Geschichte.)

Losgelöstes Zitat
Übrigens, zum Geburtstag wünsch ich mir Skier. Und zwar Wasser-!

Die Menschen in der Maschine
Die Mütze portraitiert die Herrschaften Kaffee, heute: The Masters of Origami

Konrad Schreiter (Trompete; Streetname: Konrad)

Raschid Sidgi (Guitarre, Gesang, Rap, Preaching; Streetname: Raschid mit kurzem oder mit langem i)

Dienstag, 3. Mai 2011

Stu-Stu-Stu-Stu-Studiolines Tag 2


Na einiges Mister B!

Um fünfe. Die Bläser (The Black-Coffee-Blazers) blasen ihre Parts aus Heiß, Maike sitzt in Tangerhütte im Wartezimmer von Doktor Hastenichgesehn, Andy ist auf der Autobahn nach Leipzig, der Rest trollt sich irgendwo, das Internet auch – Zeit zum Buchstaben kombinieren.

Was für ein Instrument ich spiele, hat mich Mohi vorhin gefragt. „Den Stift“, wäre eine gute Antwort gewesen. Ich habe natürlich irgendwas andres rumgeeiert. Man merkt es diesen äußerst fluffigen Zeilen vielleicht nicht an, aber unterdessen war ich Maike vom Arzt abholen. Wer den Bruch findet, gewinnt ein Dudelsacksolo auf dem dritten Album von Black Coffee (The hidden Album). Aber zur Sache, Schätzchen.

Tag 2. Dieser jenige beginnt für mich kurz nach Acht mit dem Aufwachen meinerseits. Andy löst Roberto im Bad ab, Herr Herchenbach kommt zum Kämmen und Föhnen bei uns vorbei. Mein auf dramatische Weise beim Auftakt der Tour im Januar in der Groovestation zerbrochene Klappkamm (Will Future berichtete) kämmt den Bassisten, der Föhn tut sein Übriges.

Frühstück; die Herbergsmutti holt von allem noch mehr. Gegen Zehn Uhr startet der letzte Shuttle-PKW in Richtung Mohi. Wir wohnen nämlich nicht im Wald, sondern im Buch. Nein, IN Buch. Breite Straße 33, sehr schön.





Die Band beginnt das Einspielen mit Disney Animation, bereits auf der Tour live-erprobt. Insgesamt vier Takes, der zweite gewinnt. Vermutlich wird der Song aber einen anderen Titel bekommen, wird man sehen. Und gucken kann man auch hier mal - die Soundqualität ist hervorragend, man merkt kaum, daß eine billige Photokamera zum Einsatz kam, doch sehen Sie selbst, meine Damen und Herren:



Ein erster Ausflug zur lokalen Medizinfrau schließt sich an, sie öffnet erst ab 16 Uhr, also erstmal zwölf Pizzen und so weiter bei Brutto gekauft (Brutto wie Netto).

Zurück im Studio, die Kapelle spielt den ein oder anderen Take Funkomat, in Zahlen: Drei. Ist der Namensgebende, erste Song der Platte und ging auf der Tour ja schon enormst gut bei Band und Publikum.


Song Nummer Drei wiederum für heute: Heiß, der erste Take ist es gleich. Herr Ludwig gibt auch am Gesang alles – Infospur hin oder her (Gesang ist erst fürs Wochenende angesagt). Die Black-Coffee-Blazers und Mohi schrauben noch mal nach. Dann Raschid und das Gitarrensolo sowie Tim nebst Akkustikgitarre. Unendliches Gefrickel. Loops, loops, loops. Willkommen im Schiebomat.

Licht aus, gute Nacht.


Unbekanntes Inventar
Rim (R-I-M. Im Satz: Mit Rim ist geiler.)
On fly (O-N-F-L-Y. Im Satz: Dann mach ich‘s on fly.)
Fill (F-I-L-L. Im Satz: Das Fill ist zu niedlich.)
Chaos-Pad (C-H-A-O-S-P-A-D. Im Satz: Dann basteln wir mit dem Chaos-Pad noch was.)

Frage
Ist der themonstersoffunk.blogspot.com-Blog einfacher zu finden, wenn er blockcaffee heißt? Oder blogcoffee? Oder was?

Gelernt fürs Leben
Der Weg der Weingummis ist keine Einbahnstraße.

Die Menschen in der Maschine
Die Mütze Krause portraitiert le Band, heute: the Schwiegersöhne of Love

Andreas Schwaiger (Schlagzeug; Streetname: Andy oder Schwaigi)

Tim Ludwig (Guitarre, Gesang; Streetname: Tim)

Donnerstag, 28. April 2011

Stu-Stu-Stu-Stu-Studiolines Tag 1

Ich bin ein Tiger, nicht schlecht eigentlich, dachte er. Hinter ihm in der Bahn unterhielten sich ein chinesischer Hase und ein Drachen aus Leipzig. Nicht nach Monaten, sondern nach Jahren teile man die Sternzeichen in China. Aha, ja, mmh. Und gibt es das da auch, daß man sowas sagt wie: Waage und Schütze passen gut zusammen? Er dachte: Also Hase paßt doch am besten zu Rotkraut und Klos – l’amour triangulaire.

Raschid, Dan und Ich reisen gemeinsam zum Waldhaus, es gibt Sauerkirsch-Koriander-Schokolade zur Einstimmung. Als wir ankommen, steht ein funkel, ein nagel, ein neues Schlagzeug da und Andy dahinter. Hendrik und Maike sind auch dabei. Mit letzterer fahre ich nach Buch, zur Pension, wie man so schön sagt. Schlüssel hier, Zimmer da, überall Flachbildschirme. Im Essensraum anderthalb mal einen Meter groß.

Einrichten, Verkabeln, Einstellen - Ostermontag im Wald(hausstudio)

Studio im Hintergrund, Tim und Raschid auf der Terrasse, einem der zentralen Treffpunkte in dieser Woche

Zum Ostermontag ist hier in der Altmark so richtig was los. Eine Softeisbude in Tangerhütte, ansonsten wehen die Heuballen durch die Landschaft. Wir kaufen die Tanke leer (drei Packungen Nudeln, zweimal Basilikum-Sauce, einmal Ketchup).


Wieder im Waldhaus, die Mercedesse sind mittlerweile mit Boxen gefüllt und brummen vor sich hin, die Kabel hängen ihnen hinten raus und verbinden sie mit dem Studio. Die Mercedesse? Gute Frage! Erste Antwort: Trotz Unsicherheit erteile ich dem Plural des Mercedes‘ ein Doppel-S – in der Tradition der Kompromisse. Zweite Antwort: Ja, zwei Mercedesse – Tim ist mittlerweile auch da. Er hat Roberto dabei.

Es wird überall eingerichtet, Mohi hat Stress, der Rest zuweilen eine lange Weile. Also Nille raus und losgebebbelt! (Die Herrschaften nehmen ein ledernes Rund zur Hand und bewegen es elegant durch den begrasten Raum.) Ein roter Golf aus Meißen fährt ein – the Black-Coffee-Blazers um Fahrer Konrad sind da. Hurra!
Und hier haben wir gleich mal ein Exemplar der Bläser: den Johannes

Schließlich kommt auch Philipp im Studio an. Philipp? Ja, Black Coffee begrüßt einen neuen Keyboarder!





















Der neue an der Orgel: Philipp

Am Abend wird es schließlich Nacht und auch dunkel, zu sehen hier:
Das Waldhausstudio in seiner natürlichen Umgebung


Letztendlich geht’s nochmal zur Tankstelle in Tangerhütte. Die Dorfjugend hat sich auch hier versammelt. Sehr sympathisch. Bier, Cola, Chips – werden wenig später am Flachbildfernseher verarbeitet. Der Blogger erfreut sich am langsamen Internet. Keine Bilder und Videos heute mehr.

Unbekanntes Inventar
gaten (G-A-T-E-N. Im Satz: Das kann man ja dann gaten.)
Infospur (auch Dreckspur. Im Satz: Das mit meiner Stimme ist nicht so wichtig, ist eh erstmal nur ‘ne Dreckspur.)

Gelernt fürs Leben
Studiotüren haben hier nur auf einer Seite Klinken.

Die Menschen in der Maschine
Stephan "Die Mütze" Krause portraitiert die Black Coffees, heute: Die Chefs
Erhard Buschendorf (Waldhausstudio; Streetname: Mohi)


Hendrik Herchenbach (Oberkellner des schwarzen Kaffees, Baß; Streetname: Hende)

Dienstag, 26. April 2011

Black Coffee. Studiolines 1

Es waren einmal elf Musikanten, die ganz tief in einen Wald hinein gingen. Jeder von ihnen hatte sich ein Instrument mitgebracht, weil sie gehört hatten, daß es in diesem Wald Brauch war zu musizieren. Nach tagelangen Märschen durch Gestrüpp, Geäst und Gebäum erblickten sie an einem österlichen Montag auf einer Lichtung ein Häuschen mit rauchendem Schornstein. Das muß das Haus vom Mohi sein!, sagte einer von den elf Musikanten. Zur Antwort bekam er: DU mußt das Haus vom Mohi sein! Die Musikanten schauten von außen durch die Fensterläden in das Häuschen und tatsächlich: Es war das Haus des Mohi. Der Mohi hieß sie herzlich willkommen und so spielten sie den ganzen Tag zusammen das lustige Instrumente-Einrichten-Spiel. Am Ende des Tages hatten sie sich so weit vorbereitet, daß es am Folgetag so richtig losgehen konnte. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann nehmen sie morgen das erste Lied auf - und zwar Disney Animation.

Gute Nacht, Kinder.


Black Coffee, Mohi Buschendorf und Will Future (v.l.n.r. - ach nee: v.r.n.l.)